Active Sourcing bezeichnet die aktive Suche und Direktansprache von Kandidatinnen und Kandidaten durch das Unternehmen – statt zu warten, bis sich jemand auf ein Inserat bewirbt. Typische Kanäle sind LinkedIn und XING, Fachcommunities, der eigene Talent Pool oder Empfehlungen aus dem Team.
Warum Active Sourcing für Schweizer KMU relevant ist
In vielen Berufsarten sind die besten Leute schlicht nicht auf Stellensuche – wer nur inseriert, erreicht sie nie. Active Sourcing dreht den Prozess um: Du identifizierst passende Personen und sprichst sie direkt an. Das ist aufwendig pro Kontakt, aber hochpräzise – und in Engpassberufen oft der einzige Weg zu Kandidaten, die der Markt nicht freiwillig hergibt.
Der häufigste Fehler: Copy-Paste-Nachrichten in Masse. Wer angesprochen wird, merkt in Sekunden, ob sich jemand mit dem Profil befasst hat. Zehn recherchierte, persönliche Anfragen schlagen hundert generische – in der Antwortquote wie im Eindruck, den dein Unternehmen hinterlässt.
Active Sourcing in der Praxis
- Zielprofil vor Kanal: Erst definieren, wen du suchst – dann entscheiden, wo diese Person auffindbar ist. Für Büro- und Fachpositionen LinkedIn, für operative Berufe eher Empfehlungen und Communities.
- Persönliche Ansprache: Bezug auf das konkrete Profil, ehrliche Beschreibung der Stelle, kein Floskel-Pitch.
- Etwas zum Zeigen haben: Wer angesprochen wird, schaut als Erstes deine Karriereseite und deine Videos an – Direktansprache ohne überzeugende Karriereseite verpufft.
- Absprungpunkt Talent Pool: Wer jetzt nicht wechseln will, gehört mit Einwilligung in einen Talent Pool – für den Moment, in dem es passt.
Häufige Fragen zu Active Sourcing
Was ist der Unterschied zwischen Active Sourcing und Social Recruiting?
Social Recruiting spielt Inhalte und Kampagnen an eine Zielgruppe aus (eins zu viele), Active Sourcing spricht einzelne, identifizierte Personen direkt an (eins zu eins). Beides erreicht passive Kandidaten – mit unterschiedlichem Aufwand pro Kontakt.
Lohnt sich Active Sourcing für kleine Unternehmen?
Punktuell ja: für Schlüsselpositionen und Engpassprofile, bei denen Inserate nachweislich nicht liefern. Als Dauerkanal für alle Stellen ist es für die meisten KMU zu aufwendig – dort sind reichweitenstarke Kanäle effizienter.
Darf ich Kandidaten einfach anschreiben?
Die Erstansprache über Business-Netzwerke ist zulässig und üblich – dort rechnen Mitglieder damit. Zurückhaltung gilt bei privaten Kanälen und bei der Datenspeicherung: Wer Profile systematisch erfasst, braucht dafür die Einwilligung der Betroffenen.
